Wie die Idee entstand
SIM112 ist nicht am Reißbrett entstanden, sondern in der Arbeit für das Feuerwehrmuseum Bayern — bei der Suche nach Wegen, Kindern ein überlebenswichtiges Thema so zu vermitteln, dass es auch außerhalb des Museums Bestand hat.
Was tut ein achtjähriges Kind eigentlich, wenn die Leitstelle abnimmt und Fragen stellt, auf die zu antworten es nie geübt hat?
Die Nummer kennen alle. Kinder lernen sie in der Brandschutzerziehung, sie steht an jeder Pinnwand. Was ihnen fehlt, ist die Erfahrung, dass dieses Gespräch ungefährlich ist — und dass sie dabei nichts falsch machen können.
Genau das lässt sich bisher nicht üben. Im Rollenspiel sitzt die ausbildende Person für das Kind sichtbar in unmittelbarer Nähe. SIM112 schafft stattdessen einen geschützten Raum, in dem der Notruf echt wirkt: Das Kind wählt selbst, spricht selbst, und bekommt ausschließlich bestärkende Antworten.
Dass die Anwendung kostenfrei bleiben soll, ist dabei keine Marketingentscheidung, sondern der Kern des Vorhabens. Jeder Preis — auch ein kleiner — entscheidet mit darüber, ob überhaupt geübt wird: Was ein Budget belastet, steht in Konkurrenz zu allem anderen, was eine Einrichtung braucht, und wird dort oft genug gestrichen. Ein Kindergarten in einem Stadtteil mit knappen Mitteln würde als Erster verzichten. Und dort ist der Bedarf am größten.
